Am 09.–12. Oktober 2025 begab sich eine Gesandtschaft aus Paalsgrund erneut in die 7. Bastion von Moringaard, die diesmal wieder im Pfadfinderpark Kastl-Mennersberg stattfand.
Zum ersten Mal waren wir mit einer zweistelligen Zahl an Mitgliedern vertreten – eine erfreuliche, aber auch logistische Herausforderung. Neben Baronin Nataliya und Schreiber Pawel nahmen Korporal Ullec sowie die Soldaten Reingardt, Kollev und Olek teil. Ganz neu im Feld waren die Rekruten Bolek und Jakub, begleitet von unserem Heiler Dr. Viktor Willstand, der sich sofort als wertvolle Verstärkung erwies.
Vielen Dank an die offiziellen Fotografen DotCat, Gwini und Patrick Heller!
Mittwoch: Aufbau Teil 1

Olek, Pawel und ich hatten bereits am Vortag wieder einen Miettransporter organisiert, um das Gepäck und den Gruppenfundus sicher nach Kastl zu bringen. Gegen 14 Uhr trafen wir schließlich im Pfadfinderpark ein. Robert war bereits seit Mittag vor Ort und half den Fröschen fleißig beim Ausräumen.
Leider durften wir diesmal nicht direkt auf die Wiese fahren, was bedeutete, dass der komplette Gruppenfundus mühsam die ganze Strecke nach oben getragen werden musste. Das war extrem anstrengend, aber mit vereinten Kräften gelang es uns.
Im Halbdunkel bauten wir schließlich noch rasch die drei Schlafzelte auf, bevor die Dämmerung vollends einsetzte. Erschöpft, aber zufrieden, wurden wir anschließend von den Fröschen mit frisch gegrillten Burgern versorgt – eine überaus willkommene Stärkung nach dem langen Tag. Vielen Dank dafür!
Donnerstag – Aufbau Teil 2 und IT-Anreise

Gegen Mittag trafen die restlichen Karkasen ein: Jakub, Bolek, Raya, Kollev, Ullec und unser Heiler Viktor. Gemeinsam machten wir uns an die Fertigstellung des Lagers und stellen neben den restlichen Schlafzelten auch das neue Gruppenzelt, das Tor, Sonnensegel etc. auf. Da wir am Vortag fast nichts von unserem Grillzeug gegessen hatten, wurde dieses jetzt mit auf den Grill geworfen.
Gegen 19 Uhr erfolgte schließlich die IT-Anreise. Die Heimkehr in die Bastion verlief zunächst ruhig und beinahe vertraut. Doch der Schein trügte. Kaum hatten wir das Tor passiert, wurde klar, dass etwas nicht stimmte: Totlose bewegten sich innerhalb der Mauern angeführt von der Hexerin Lazara. Die Bastionswache schien uns nicht als Freunde zu erkennen. Sie kämpfte mit den Totlosen gegen uns Lebende.
Wir mussten die Bastion zurückerobern. Währenddessen hörten wir, wie Lazara mit einer unbekannten Stimme sprach – über Möglichkeiten, über Zukünfte, die noch nicht entschieden waren. Und plötzlich, wie aufgelöst in einem Schatten, verschwanden sie alle. Auch die Bastionswache war wieder normal und konnte sich an nichts erinnern.
Im Anschluss folgte die Begrüßung aller Verbündeten, gemeinsam mit dem Teichherrn. Dabei warb ich – wie geplant – für die Kommandatur. Der Teichherr wollte allein die Informationskommandatur, die Heerleitung war ihm eher gleichgültig. Die meisten Anwesenden unterstützten unsere Vorschläge. Nur die Mitglieder des Hofes der Grafschaft Gloria hatten offenbar schon etwas zu tief ins Glas geschaut und versuchte unbeholfen uns Sir Travian, einen anwesenden Ritter, als Heerführer zu verkaufen, als Gegenzug für ihre Zustimmung zur Informationskommandatur des Teichherrn. Dieser wusste aber noch gar nichts von seinem Glück und war, selbst schon gut angetrunken, recht verwirrt. Alles in allem eine eher peinliche Situation 😅
Den Abend ließ ich schließlich in anderer Gestalt ausklingen – als Arianna, am Feuer bei den Windstettern, zusammen mit unseren Soldaten. Nach dem langen Aufbautag war es ein wohltuender Abschluss, ehe das eigentliche Spiel am nächsten Morgen richtig begann.
Freitag – Heerführerwahl und Bankett

Einladung zum Bankett
Noch vor der Heerführerwahl entsandte ich am Morgen eine kleine Gesandtschaft unter Korporal Ullec ins Totenreich, um Lazara einen formellen Brief zu überbringen. Darin luden wir sie offiziell zu unserem Bankett am gleichen Tag zur 19. Stunde ein.
Der Hintergrund war weniger freundschaftlicher Natur, sondern politisch-strategisch motiviert. Im April, auf dem letzten Feldzug nach Moringaard, hatte Lazara uns zu einem Bankett ins Totenreich entführt. Wir saßen an ihrer Tafel und wurden auch bewirtet. Entscheidend war jedoch, dass sie uns unbehelligt wieder ziehen ließ. Unter den Gästen befanden sich damals zahlreiche Adelige und noch viel mehr einfaches Volk; hätte sie sich anders entschieden, uns alle töten lassen, wäre der Kreuzzug in Moringaard in seiner heutigen Form vermutlich nicht mehr zustande gekommen.
Diese Einladung stellte somit eine offene Ehrenschuld dar – und genau diese wollten wir bewusst und kontrolliert begleichen. Eine unbezahlte Schuld gegenüber einer Hexerkönigin hätte im Falle einer späteren Gefangennahme zu erheblichen politischen Zwängen geführt. Es wäre kaum vertretbar gewesen, sie festzusetzen oder hinzurichten, solange diese Schuld bestand.
Mit der Gegeneinladung verfolgten wir daher mehrere Ziele: formelle Schuldtilgung, diplomatische Sondierung und eben auch die Möglichkeit, Informationen über ihre Position, ihre Motive und ihre langfristigen Absichten zu gewinnen.
Heerführerwahl und Seuchenchaos

Gegen 10 Uhr fand die Heerführerwahl statt. Zu unserer großen Erleichterung gewann Sir Lothar die Wahl zum Heerführer – genau so, wie wir es uns erhofft hatten. Für die Informationskommandatur verkündete der Teichherr, dass er Sir Lothar dabei unterstützen wolle. Ob diese Konstellation von allen wirklich gut aufgenommen wurde, blieb allerdings fraglich. Wir hatten gehofft, dass unsere Werbung vom Vorabend hier bereits ausreichend Überzeugungsarbeit geleistet hatte.
Nach der Wahl stellte sich Sir Jagar von Stahleck, ein Ritter der Faust Myrias, bei mir vor. Er bat darum, die drei Gruppen Gloria, die Faust Myrias und die Karkasen im Krieg gegen die Untoten gemeinsam anzuführen und so eine gemeinsame Front zu bilden. Dem stimmte ich zu, denn bei so vielen verschiedenen kämpfenden Gruppen kann auch der beste Heerführer nicht alle Kämpfer anführen um homogen vorzugehen.
Im Anschluss verteilten der Teichherr, Pawel und ich die Einladungen für das geplante Bankett. Eingeladen haben wir Sir Lothar von Albstein, die Faust Myrias, die Oberistin und eine weitere einzelne Adelige, die neu in Moringaard war, Lady Leandra von Carben. Später lud ich selbst allein noch die Sturmwacht ein, die auf diesem Feldzug sowohl durch den Baron von Argenthal, wie auch den Kronprinz von Aeterna angeführt wurde. Außer der Oberistin erzählten wir allen, dass Lazara ebenfalls eingeladen war und was unsere Ziele dahinter waren. Diplomatie war an diesem Tag eindeutig eine unserer Hauptaufgaben.
Als die ersten Totenfluten des Tages niedergeschlagen waren, passierte etwas Ungewöhnliches. Überall in der Bastion brachen Seuchen aus. Offenbar hatten die Totlosen auf dem Schlachtfeld diese verbreitet, die sich rasend schnell ausbreiteten und bereits durch bloße Berührung übertragen wurden.
Ich selbst wurde von der sogenannten grünen Seuche befallen – einer Art Nurgle-ähnlicher Krankheit. Ich war fiebrig, wollte unbedingt andere anstecken und verspürte einen unstillbaren Drang, ausschließlich grüne Dinge zu essen. Ironischerweise steckte mich der Teichherr direkt mit einer Umarmung an, als ich nach einem Besuch der Bastion ins Lager zurückkehrte.
Nachdem fast ganz Karkas und die Frösche verseucht waren, sowie auch zwei der Mitglieder Glorias, wurde für uns ein sehr amüsantes, aber auch eindrucksvolles Reinigungsritual durch zwei Zwergenpriester durchgeführt. Ein gesegneter Bierkelch wurde herumgereicht und Gebete gesprochen, während sicher 30 bis 40 infizierte Personen versammelt waren.
Aus dem Augenwinkel sah ich, wie Soldat Reingardt sich immer wieder dem Ritual entzog, als der Bierkrug durchgegeben wurde – erst stand er hinter mir, dann neben mir, dann weit abseits. Als Anhänger von Golwer Senaku, dem Seuchengott, wollte er sich natürlich nicht reinigen lassen. Ich befahl ihm schließlich, sich dem Ritual zu unterziehen und auch vom gesegneten Bier zu trinken. Korporal Ullec gab ihm den Krug und zwang ihn, unter Androhung von Waffengewalt, sich reinigen zu lassen und zu trinken. Er brach dramatisch zusammen und wand sich krampfend auf dem Boden. Alle waren geschockt, aber als wir erklärten wofür seine Gottheit steht, gingen alle schulterzuckend ihres Weges. Die grüne Seuche war auf jeden Fall vertrieben.
Es gab offenbar noch weitere Seuchen: eine gelbe Seuche, die wohl eine Sonnenallergie auslöste und vermutlich auch eine rote Variante. Welche Auswirkungen diese genau hatte, habe ich leider nicht vollständig mitbekommen.
Vorbereitungen und Beginn des Banketts

Am späten Nachmittag erhielten wir schließlich Antwort von Lazara: Sie würde unsere Einladung annehmen und zum Bankett erscheinen. Diese Nachricht wurde mit großer Erleichterung aufgenommen – allein ihre Zusage war bereits ein diplomatisches Signal von Gewicht. Ihre Nachricht beinhaltete ebenfalls, dass sie für die Zeit des Banketts die Totenfluten aussetzen würde, ob das wirklich passieren würde, waren wir uns aber nicht sicher.
Ab etwa 16–17 Uhr begannen wir mit den Vorbereitungen. Als Veranstaltungsort nutzten wir das Lager der Frösche, das wir entsprechend herrichteten. Besteck, Teller und weiteres Equipment wurden teilweise von den Fröschen gestellt – wofür ich sehr dankbar war. Dennoch war der organisatorische Aufwand erheblich.
Wir entschieden uns im Vorfeld für ein bewusst bodenständiges, karkasisches Menü:
Es gab Kartoffelsuppe mit Wienern als Hauptgang und als Dessert unter anderem Kartoffelkuchen sowie Brioche. Alles musste vor Ort vorbereitet, erwärmt und ansprechend präsentiert werden. Die Anspannung war entsprechend hoch, und natürlich kam es zwischendurch zu kleinen Reibereien innerhalb der Gruppe – Stress und Zeitdruck fordern ihren Tribut. Aber am Ende funktionierte alles.
Gegen 19 Uhr begann das Bankett, und die ersten Gäste trafen ein. Vom Baron von Argenthal erhielt ich ein besonders schönes Gastgeschenk: ein Glas Honig mit einem bestickten Deckchen, versehen mit meinen Initialen und dem Wappen von Argenthal. Er erschien gemeinsam mit dem Kronprinz von Aeterna.
Nach und nach trafen auch die anderen Gäste ein, darunter der Kaplan der Faust Myrias mit einer Helferin, die Oberistin und Lady Leandra von Carben. Sir Lothar erschien ebenfalls kurz, konnte sich aber nicht dazu durchringen, mit Lazara an einem Tisch zu sitzen. Er brachte stattdessen ein Brett mit gesegnetem Schinken als Dank vorbei.
Während der Vorbereitungen waren wohl auch zwei Abgesandte des Lagers von Gloria bei uns und wollten auch gerne am Bankett teilnehmen. Aufgrund ihres unflätigen Verhaltens und ihres Alkoholkonsums am Vortag waren sie jedoch beim Teichherrn unerwünscht und er wollte sie nicht an der Tafel haben. Für meine diplomatischen Beziehungen war das etwas unglücklich, aber in der Situation nachvollziehbar.
Schließlich erschien auch Lazara – standesgemäß mit erheblichem Gefolge, eigentlich dem ganzen Heerwurm. Sie selbst betrat mit zwei ihrer Untertanen das Lager: einer Hohepriesterin des Ordens der Schwarzen Sonne sowie dem Torwächter. Der Rest ihres Heeres hielt außerhalb des Lagers Wache.
Die Oberistin war, als sie erfuhr, dass Lazara ebenfalls eingeladen war, überhaupt nicht erfreut. Sie schrie herum und verließ wütend das Lager, bevor Lazara überhaupt eingetroffen war.
Für die Soldaten hatten wir draußen eine kleine Feuerschale eingerichtet, damit auch sie mit den Totlosen ins Reden kommen konnten um vielleicht auch Informationen zu erhalten.
Das Bankett

Kaum hatte Lazara das Lager betreten, legte sich eine spürbare Stille über den Platz. Sie schloss das Lagertor magisch: Niemand kam mehr hinein, niemand mehr hinaus. Allein ihre Erscheinung war einschüchternd – der massive Rückenaufbau, der aus dem Bauch herausragende „Fötus“, ihr Blick. Sie strahlte eine Präsenz aus, die selbst die anwesenden gestandenen Adeligen verstummen ließ.
Zu Beginn des Banketts gab es auch einen beinahe komischen Moment: Wir baten den Torwächter, seine Waffe am Eingang am Waffenständer abzugeben. Er übergab sie Pawel – der prompt unter dem Gewicht zusammenbrach. Erst Kolev konnte die Waffe langsam und mit sichtbarer Mühe zum Ständer tragen. Inmitten all der Spannung war das ein kurzer, befreiender Lacher.
Dann nahmen alle ihre Plätze ein. Mittig, am Kopf der Tafel Lazara. Der Teichherr links neben ihr, ich rechts neben ihr. Die anderen Gäste an den Seiten der Tafel, darunter auch ihre beiden Wächter. Niemand traute sich zu reden, es herrschte eine unglaublich gespannte Stille.
Nach einem Aperitif, der durch den Alchemisten der Frösche serviert wurde, wurde die Kartoffelsuppe herausgebraucht. Die meisten Gäste trauten sich jedoch kaum zu essen. Schätzungsweise 90 % des Essens ging unberührt zurück. Es war Nebensache geworden – niemand wollte in Lazaras Gegenwart unbedacht wirken und den meisten war der Appetit vergangen. Ich selbst löffelte meine Suppe in mich hinein (Stressessen), traute ich mich doch nicht nach links zu schauen, da mich dort ihr irrer Blick schon erwartete.
Der Teichherr organisierte daraufhin musikalische Begleitung; die Barden spielten zwei (zugegeben sehr traurige) Lieder, um die Stimmung zu lockern. Dennoch blieb die Situation angespannt. Gespräche mit Lazara waren schwierig. Sie forderte Poesie – doch niemand konnte oder wollte spontan etwas rezitieren.
Als der Teichherr sie schließlich auf den Fötus ansprach, offenbarte sich eine zentrale Information: Es war nicht ihr Kind. Sie selbst war das Baby und hatte den Körper ihrer Mutter übernommen. Diese Erkenntnis war für uns strategisch äußerst relevant – vielleicht würde sie uns in Zukunft helfen sie zu bekämpfen.
Doch die Frage nach dem Kind markierte offenbar eine Grenze. Lazara beendete, scheinbar gekränkt, das Bankett abrupt und verließ das Lager.
Da ihr gesamtes Heer seit Beginn des Banketts vor den Toren stand, ging die Bastion zu diesem Zeitpunkt schon in Gefechtsbereitschaft über. Es folgte eine reguläre Totenwelle – trotz ihrer ursprünglichen Zusage, keine Totenflut im Rahmen des Banketts zu senden. Versprechen von Totlosen hatten wohl recht wenig Bedeutung. Hätten wir uns auch denken können.
Nachdem die Situation unter Kontrolle war, saßen wir mit den verbliebenen Gästen zusammen, aßen das Dessert und reflektierten das Geschehene.
Wir hatten nur wenige konkrete Informationen erhalten, aber doch genug, um unser Bild von Lazara zu schärfen. Wichtigster Punkt: Die Ehrenschuld war beglichen, und wir hatten diplomatische und strategische Erkenntnisse gewonnen.
In Summe war das Bankett weniger ein gesellschaftlicher Erfolg, als ein politischer.
Samstag – Hochverrat und Loyalität

Der Samstag sollte eigentlich ruhig beginnen.
Wir hatten geplant, uns als Gruppe kurz zurückzuziehen, das Bankett nachzubesprechen und intern OT wie IT die Wogen zu glätten. Die letzten Tage waren intensiv gewesen, es gab Reibereien, Stress, unterschwellige Spannungen – und ich wollte nicht, dass sich diese Dinge unkontrolliert in unsere Darstellung nach außen fortsetzten. Karkas funktioniert schließlich nur geschlossen.
Doch kaum hatten wir begonnen, kam Reingardt hastig ins Zelt. Seine Stimme klang ungewohnt angespannt.
„Da passiert was draußen. Das ist wichtig. Wir müssen sofort raus.“
Ich trat hinaus, sah die versammelten Menschen und wusste in dem Moment: Das ist kein normales Treffen.
Zwischen Bastion und unserem Lager, auf dem offenen Feld, standen Vertreter nahezu aller relevanten Fraktionen. In ihrer Mitte: die Oberistin. In Haltung und Gestik eindeutig im Modus eines Tribunals.
Mir war sofort klar: Das hier ist ein öffentliches Urteil.
„Alle Karkasen raus. Jetzt.“
Keine Diskussion, keine Verzögerung. Wir traten als geschlossene Einheit vor, Rüstungen, Banner, Haltung – sichtbar als Karkas, sichtbar als Block.
Die Anklage
Die Oberistin eröffnete ohne diplomatische Vorrede.
Wir seien Hochverräter.
Wir hätten mit dem Feind paktiert.
Wir hätten uns korrumpieren lassen.
Wie wir es wagen könnten, mit Lazara an einem Tisch zu sitzen, sie einzuladen, mit ihr zu verhandeln, mit ihr zu speisen.
Es war kein Gespräch. Es war ein Exempel.
Ich antwortete ruhig, mit der Stimme einer Diplomatin, nicht der einer Angeklagten.
Ich erklärte die Ehrenschuld, die aus dem vergangenen Bankett resultierte. Dass Lazara uns bewirtet, empfangen und – trotz der grotesken Umstände im Totenreich – unversehrt gehen lassen hatte. Dass darunter zahlreiche Adlige und Offizielle gewesen waren. Dass dies schlimme Konsequenzen für den Feldzug gehabt hätte, wäre es anders gelaufen.
Ich verwies darauf, dass die Oberistin selbst gesagt hatte, was wir vor den Toren der Bastion täten, sei nicht ihr Belang.
Und dass wir Lazara explizit vor der Bastion empfangen hatten, in unseren Lagern, außerhalb ihres Einflussbereiches.
Es war keine emotionale Verteidigung. Es war eine politische und strategische Argumentation. Ich trug sie, trotz vieler unangenehmer Zwischenrufe, so sachlich wie möglich vor.
Das Urteil fiel trotzdem.
Der Ausschluss
Die Oberistin verkündete, dass wir aus der Bastion verbannt wurden.
Ich nahm das Urteil zur Kenntnis.
Und unterbrach sie.
„Karkasen, Abzug.“
Kein Betteln. Kein Diskutieren. Kein Theater.
Wir drehten uns geschlossen um und gingen zurück in unser Lager.
Es war ein bewusster Akt.
Ein Zeichen: Wir akzeptieren das Urteil – aber wir unterwerfen uns nicht in Demut.
Unerwartete Loyalität

Ich rechnete mit politischen Folgen, mit Gerüchten, vielleicht mit Isolation. Doch was dann geschah, überraschte mich selbst.
Viele folgten uns.
Zuerst Gloria und die Faust Myrias.
Sie standen plötzlich an unserem Tor, klar positioniert. Sie sagten offen, dass sie unsere Entscheidung nachvollziehen konnten. Dass sie verstanden, warum wir Lazara eingeladen hatten. Dass sie hinter uns standen und uns unterstützen würden.
Kurz darauf erschienen der Baron von Argenthal und der Kronprinz von Aeterna. Sie schickten uns einen Botenläufer – einen jungen Mann, der jederzeit in die Bastion rennen konnte, um sie zu holen, falls wir Unterstützung bräuchten und auch sie positionierten sich klar hinter uns. Eine diplomatische Versicherung. Ein politisches Signal: Karkas steht nicht allein.
Ein Mann, der während der Szene versucht hatte, zwischen mir und der Oberistin zu vermitteln, kam ebenfalls zu uns. Er entschuldigte sich, falls seine Haltung missverständlich gewesen sei, und erklärte, dass auch er auf unserer Seite stand.
In diesem Moment wurde mir klar, wie viel Gewicht wir inzwischen hatten. Wie sehr unsere Entscheidungen wahrgenommen wurden.
Und wie sehr andere Gruppen offenbar bereit waren, sich politisch hinter uns zu stellen.
Es war beunruhigend. Und beeindruckend zugleich.
Die Ironie der Exklusion
Kurz darauf wurden Totlose in der Bastion gesichtet.
Ein Szenario, in dem die Karkasen hätten glänzen können. Schwer gerüstet, diszipliniert, kampferfahren.
Aber wir waren ausgeschlossen.
Ich ließ den Korporal ans Tor treten und die Situation der Bastionswache erklären.
Er erklärte ruhig, sachlich, fast trocken, dass wir kampfbereit seien. Dass wir helfen könnten. Dass wir aber ausgeschlossen worden waren und daher nicht eingreifen dürften. Dann drehte er sich um und ging. Die Bastionswache sah recht verzweifelt aus, da die Totlosen sich mittlerweile von innen Richtung Tor vorgekämpft hatten.
Schadenfroh beobachteten wir die Szene von außen. Es war schließlich nicht unser Problem.
Spannungen an den Mauern

Als das Problem gebannt war, reagierte die Bastionswache nicht mehr so betrübt auf uns. Sie beschimpften uns, so wie ihre Befehlshabende, offen als Verräter, als Paktierer, Korrumpierte. Worte, die man normalerweise nicht leichtfertig bewaffneten Soldaten entgegenwirft.
Meine Anweisung war hier aber klar und wurde von allen getragen:
Wir beginnen kein Blutvergießen.
Wenn sie zuschlagen, antworten wir. Aber nicht vorher.
Es war eine bewusste Entscheidung.
Der erste Schlag bestimmt die Geschichte, die erzählt wird.
Und ich hatte nicht vor, ihnen die narrative Hoheit zu überlassen.
Die Bestrafung des Teichherrn
Irgendwie hatte es der Teichherr tatsächlich geschafft, Kontakt zu den Totlosen herzustellen um sich bei Lazara für seinen Faux-Pas beim Bankett zu entschuldigen. Als Strafe sollte er nun von der Hohepriesterin des Ordens der Schwarzen Sonne gerichtet werden. Die Verkündung dieser Strafe sollte in der Waldtaverne stattfinden.
Natürlich wollte ich da sehr gerne dabei sein.
Doch nach dem Tribunal am Morgen war klar: Jede offene Annäherung an die Totlosen würde sofort wieder als Paktieren mit dem Feind ausgelegt werden. Also beschlossen wir, unauffällig vorzugehen. Keine große Delegation. Keine Banner. Keine geschlossene Formation.
Nur kleine Gruppen, die scheinbar zufällig unterwegs waren.
Ich nahm Pavel mit und drei Soldaten: Jakub, Ullec und Kolev.
Eine kleine Eskorte, denn was sollte schon auf dem kurzen Weg zur Taverne geschehen?
Der Überfall

Wir hatten die Taverne fast erreicht, als wir überrascht wurden.
Orks.
Sie kamen schnell, brutal, ohne Vorwarnung.
Zufällig waren bei uns noch zwei weitere Bastionsmitglieder. Kolev war sehr schnell zu sagen „Nehmt die, die kennen wir nicht. Könnt ihr haben! Wir gehen dann mal.“ (Du Luder 😉)
Trotzdem wurden wir regelrecht überrannt. Jakub und Ullec gingen zu Boden, Kolev wurde von einigen Totlosen fortgezerrt. In wenigen Augenblicken stand ich mit Pavel allein, umgeben von vier Orks, welche uns mit ihren Schwertern und Messern bedrohten.
Interessanterweise fragten sie nach roten Säckchen. Bis dahin waren wir davon ausgegangen, dass diese Teil eines ganz anderen Plots waren, irgendeine Sache mit dem Bastionsgesindel. Die Orks waren ganz wild darauf…nur leider hatte ich keines mehr. Und auch nur wenig Geld. Kurwa!
Rettung in letzter Sekunde
Dann sah ich sie. In der Ferne näherte sich eine große, schwer gerüstete Truppe: die gesamte Faust Myrias, begleitet von einigen Leuten von Gloria lief gemählich den Berg zu uns herauf. Ich war so erleichtert!
Ich schrie: „Faust Myrias! Ich brauche eure Hilfe!“
Keine Reaktion.
Ich rief erneut.
Sie schienen mich nicht zu erkennen, vermutlich, weil ich an diesem Tag andere Farben trug als sonst.
Erst beim dritten Ruf meinte jemand aus der Truppe:
„Ist das nicht die Baroness von Karkas?“
Die letzten 10 Meter rannten sie dann 😅
Tauschhandel
Die Orks wollten uns natürlich nicht einfach so gehen lassen. Und obwohl die Truppe der Kämpfer um einiges größer war als diese fünf oder sechs Orks, trauten sie sich nicht, anzugreifen, aus Angst, dass ich verletzt würde.
Die Orks forderten auch von ihnen rote Säckchen. Eines hatte der Trupp dabei, also wurde gefragt, welcher der beiden Gefangenen, Pawel oder mich, sie haben wollten.
Der Kaplan der Faust Myrias machte aber einen kleinen Fehler, er sagte laut und bestimmt: „Die Baroness.“
Die Orks hielten inne. Augen groß, Blicke hin und her. In diesem Moment war ihnen klar: Eine Baroness – das war mehr wert als ein rotes Säckchen! Sie gaben Pawel frei, aber für mich wollten sie mehr haben.
Kurzerhand musste improvisiert werden. Die ganze Truppe schwergerüsteter Soldaten zückte unter großem Rüstungsgerassel die Geldbeutel. Alle sammelten Stück für Stück ihr Kupfer zusammen und reichten es zum Kaplan nach vorn. Der Hauptork meinte immer wieder „Mehr, mehr!“ bis er dann endlich mal zufrieden war. Ich will nicht wissen, wieviel jetzt für mich bezahlt wurde, es sah aber auf jeden Fall nach einer Menge aus, wahrscheinlich 40 oder 50 Kupfer insgesamt. Auf jeden Fall wurde ich dann endlich freigelassen und die Orks zogen ihres Weges.
An diese lustige und paradoxe Situation werde ich noch lange denken müssen: Da steht einfach ein Heer schwergerüsteter Soldaten vor fünf Orks und kramt seine Kupferbeutel raus 🤣
Schuld und Gegenschuld

Wir wurden von einem Kämpfer der Faust Myrias zurück nach unten zu unserem Lager begleitet. Und kaum waren wir unten angekommen, kam ein Läufer der Faust Myrias angerannt und bat um Hilfe. Also schickte ich alle Karkasen nach oben.
Es stellte sich heraus, dass Ritter von Stahleck im Totenreich mit seinem Knappen gefangen genommen wurde. Ullec und Reingardt zögerten nicht und folgten ihnen ins Totenreich. Sie legten sich dort mit einigen Totlosen an, schafften es aber Ritter und Knappe wieder zurückzubringen ins Reich der Lebenden.
Das war Karkas.
Pragmatisch. Loyal. Effektiv. 💪
Eine Hand wäscht die andere 😊
Ich ging später persönlich zur Faust Myrias, um mich zu bedanken.
Nicht mit diplomatischer Floskel, sondern ehrlich und aufrichtig. Diese Art von gegenseitiger militärischer und politischer Unterstützung ist es, die Bündnisse wirklich trägt.
Der Brief und die Wende


Die Soldaten waren gerade erst wieder vollständig im Lager angekommen, als die nächste Überraschung auf uns wartete.
Mit schnellen, wütenden Schritten kam die Oberistin direkt auf unser Lager zu. Ihre Haltung ließ keinen Zweifel daran, dass sie noch immer verärgert war. Ohne ein Wort zu verlieren, schleuderte sie Ullec einen Brief beinahe ins Gesicht. Noch bevor jemand reagieren konnte, drehte sie sich bereits wieder zum Gehen.
Ullec reagierte impulsiv und spuckte ihr demonstrativ vor die Füße. Sie nahm dies wahr, ging aber einfach weiter.
Der Brief wurde mir schnell übergeben, und ich öffnete ihn noch während die Oberistin sich entfernte. Beim Lesen wurde mir klar, dass hier etwas Größeres im Spiel war.
Der Brief stammte von der bahianischen Übergangsregierung, der provisorischen Regierung des Nachbarlandes – eine Autorität, die in der aktuellen politischen Lage durchaus Gewicht hatte, da die Thronfolge in Moringaard weiterhin ungeklärt war.
Und der Inhalt war eindeutig: Karkas war freigesprochen.
Diplomatie statt Trotz
Mit dem Schreiben in der Hand ließ ich die Oberistin zurückrufen.
Nicht triumphierend, nicht provozierend – sondern bewusst ruhig. Diese Situation verlangte Diplomatie, nicht Rechthaberei.
Als sie erschien, übergab ich ihr den Brief zur Einsicht. Man konnte sehen, wie sie den Inhalt prüfte, wie sie sich innerlich sortierte. Schließlich nickte sie knapp. Sie akzeptierte den Freispruch – und mit ihm fiel auch unser Bann. Das Verbot, die Bastion zu betreten, wurde aufgehoben.
Ein politischer Sieg, aber keiner, den man laut feiern durfte.
Allerdings machte sie deutlich, dass sie das Verhalten von Ullec nicht akzeptieren konnte. Das Spucken vor ihre Füßen würde sie nicht einfach übergehen.
Ich verstand den Punkt.
Wir standen wieder in einer Position, in der guter Wille und diplomatische Kontrolle wichtiger waren als Stolz. Also ließ ich Ullec bestrafen. Ein Signal, dass wir Ordnung respektieren, auch wenn wir mit bestimmten Entscheidungen nicht einverstanden sind.
Es war ein kleiner Akt, aber ein notwendiger.
Als die Oberistin schließlich ging, war die Atmosphäre eine völlig andere als zuvor. Wir waren nicht mehr die verbannten Verräter vor den Toren. Wir waren wieder Teil des ganzen Feldzugs und vielleicht stärker als vorher, weil wir gelernt hatten, wie schnell sich politische Fronten verschieben können.
Endschlacht, Auszeichnungen und Feuershow


Am späten Nachmittag folgte schließlich die Endschlacht – jener Moment, auf den alles hingearbeitet hatte.
Doch überraschenderweise blieb sie vergleichsweise unspektakulär. Der Kampf wirkte weniger chaotisch und bedrohlich als erwartet, was vor allem daran lag, dass die übrigen Kräfte der Restauration im Verlauf des Feldzugs zwei wichtige Schreine hatten aktivieren können. Diese schwächten die Totenfluten erheblich, sodass die Schlacht eher wie ein kontrolliertes Aufräumen wirkte als wie ein verzweifelter letzter Widerstand.
Nach all den Spannungen der letzten Tage fühlte sich das beinahe unwirklich an – als hätte die Welt für einen Moment beschlossen, uns durchatmen zu lassen.
Im Anschluss begann die Vergabe von Orden. Offenbar hatte die bahianische Regierung beschlossen, verdiente Personen auszuzeichnen – für persönlichen Einsatz, strategisches Denken und besondere Leistungen im Verlauf des Feldzuges. Die Zeremonie hatte etwas Feierliches, beinahe Versöhnliches, als wolle man nach all den Konflikten wieder Struktur und Anerkennung in Moringaard schaffen.
Für den Strategenorden nominierte ich Sir Jagar von Stahleck.
Er hatte es geschafft Gloria, die Faust Myrias und die Karkasen in den Totenfluten gemeinsam zu koordinieren – keine leichte Aufgabe, wenn man die unterschiedlichen Temperamente und Ziele der Gruppen kennt. Es freute mich ehrlich, als er den Orden tatsächlich erhielt.
Danach folgte eine beeindruckende Feuershow der NSCs. Die Flammen zeichneten Muster in die Dunkelheit, und für einen Moment trat alles Politische, alles Militärische in den Hintergrund. Einige bekannte Gesichter aus dem Fuchsbau waren dabei, und ich nutzte die Gelegenheit, um mit vielen der NSCs zu sprechen. Die Stimmung war gelöst, fast familiär. Es wurde gelacht, erzählt – und mir wurde mehr als einmal ein Becher Alkohol in die Hand gedrückt, den ich natürlich nicht ablehnte.
Sturmbund und Gottesdienst
Vor dem Abschlussgottesdienst lud ich persönlich noch die Vertreter des Sturmbundes ein – den Kronprinzen von Aeterna sowie den Baron von Argental. Wir hatten zuvor bereits lange Gespräche am Feuer geführt, ruhigere, beinahe private Gespräche fernab der großen politischen Bühne. Es tat gut, einmal ohne Verhandlungen oder offene Konflikte sprechen zu können, einfach als Menschen, die gemeinsam einen schweren Feldzug erlebt hatten. Gemeinsam gingen wir schließlich zum Gottesdienst der Faust Myrias, und ich hatte den Eindruck, dass auch sie diesen Abschluss sehr genossen.
Der Gottesdienst selbst war wie immer ein würdiger Abschluss des Tages. Ich meldete mich erneut zu Wort und bedankte mich ausdrücklich für die Zusammenarbeit während des Kreuzzugs. Trotz aller Spannungen hatte sich gezeigt, dass wir im entscheidenden Moment zusammenstanden. Als Geschenk erhielt ich von der Faust Myrias schließlich Karottensamen aus eigener Züchtung – robust genug, um sogar in dunkleren Gefilden zu gedeihen. Eine kleine, aber sehr symbolische Geste, die später natürlich unseren Gärtnern übergeben wurde.
Doch damit war der Abend noch lange nicht vorbei.
Lagerfeuer und kleine Eskalationen

Nach dem Gottesdienst saßen wir noch lange bei der Faust Myrias am Feuer. Mit mir dort waren unter anderem Ullec, Olek und Reingardt, später auch der Kaplan und Sir Jagar von Stahleck. Die Gespräche zogen sich tief in die Nacht hinein. Es war sehr schön einfach mal ganz entspanntes Charakterspiel ohne größeres Ziel zu betreiben.
Irgendwann kam auch zur Sprache, dass Sir Jagar auf Brautschau gehen wolle – und durchaus offen dafür sei, eine Braut in Karkas zu finden. Das sorgte natürlich für viel Gesprächsstoff und einige amüsierte Kommentare am Feuer. Die Stimmung war gelöst, warm und vertraut.
Zwischendurch wurden wir jedoch zweimal von Gesinde gestört, das sich einfach ungefragt dazusetzte und begann, unsere Snacks wegzuessen. Ich konnte mein Entsetzen und meinen gespielten Ekel wunderbar ausleben, was allen sichtlichen Spaß bereitete. Da sie sich auch nach mehrfacher Aufforderung nicht wirklich in Gespräche einbinden ließen, stellte ich sie schließlich vor eine Wahl:
Entweder jeder erhielt ein Kupferstück und ging friedlich – oder sie wurden hinausgeprügelt.
Sie entschieden sich für die zweite Variante 🤣 . Im Nachhinein erfuhren wir allerdings, dass genau das ihr Ziel gewesen war und sie großen Spaß daran hatten.
Ein weiteres Dauerthema am Feuer waren Wetten – sehr zum Vergnügen des Kaplans, der trotz all seiner Tugend erstaunlich wettfreudig war. Über alles Mögliche wurde gewettet, oft mit sofortiger Einlösung der Einsätze.
Später stieß auch unser Rekrut Bolek dazu – vermutlich der trotteligste, aber gleichzeitig liebenswerteste Rekrut unserer Truppe seit Langem. Er behauptete großspurig, er könne den Korporal mit einem einzigen Wort wütend machen. Niemand hielt dagegen; wir wussten alle, dass ihm das gelingen würde.
Und tatsächlich:
Er sagte nur ein einziges Wort – „Gürtelbanner.“
Sofort fiel auf, dass er weder sein Gürtelbanner trug noch eine Waffe bei sich hatte und zudem ohne Bundhaube oder jegliche Kopfbedeckung unterwegs war. Damit hatte er sich gleich dreifach eine Prügelstrafe verdient, sehr zur Belustigung aller Anwesenden.
So verging die Zeit beinahe unbemerkt. Wir lachten, diskutierten, spielten, stritten im Kleinen und fanden wieder zusammen. Es war einer dieser seltenen Abende, an denen alles einfach stimmte.
Erst gegen zwei oder drei Uhr morgens löste sich die Runde langsam auf, und wir gingen schließlich müde, zufrieden und mit einem warmen Gefühl ins Bett.
Sonntag – Abschied und Fazit

Der Sonntag kam – wie immer viel zu früh und von niemandem wirklich gewollt.
Das Wetter blieb trüb und kühl, ganz wie die Tage davor, als hätte selbst der Himmel verstanden, dass Abschiede selten leicht fallen.
Trotzdem begann der Abbau früh und hektisch. Zeltplanen wurden zusammengelegt, Kisten geschleppt, letzte Ausrüstung gesucht. Wie so oft gehörten wir zwar zu den letzten Gruppen auf dem Platz, doch der Abbau lief erstaunlich reibungslos. Jeder wusste, was zu tun war, und trotz Müdigkeit lag eine zufriedene Ruhe über allem.
Zwischen den Handgriffen nahmen wir uns Zeit für letzte Gespräche. Wir gingen noch einmal zu vielen der wichtigen Parteien, tauschten Eindrücke aus, ließen die Ereignisse der letzten Tage Revue passieren. Auch mit der Oberistin und Teilen der SL führten wir noch Gespräche – besonders über das Thema „Konsequenzen im Spiel“.
Wir hatten das Gefühl, dass wir mit dem Brief, der uns letztlich freisprach, vielleicht etwas zu schnell aus der Affäre gezogen worden waren. Nach all der aufgebauten Spannung hätten wir durchaus Lust auf mehr Konflikt und langfristige Konsequenzen gehabt. Gemeinsam einigten wir uns darauf, dass ich der SL noch einmal schreiben würde, um deutlich zu machen, dass wir solche Entwicklungen ausdrücklich wünschen. Für uns gehören Reibung und Konsequenz zum Spiel, denn genau darin liegt oft das größte Wachstum und der meiste Spaß (#playToStruggle !).
Letzte Gespräche, letzte Burger
Bevor sich unsere Wege endgültig trennten, trafen wir uns noch gemeinsam beim Burger King. Dort trafen wir zufälligerweise auch auf die Faust Myrias und saßen noch lange zusammen, redeten, lachten und erzählten die Ereignisse der letzten Tage noch einmal aus unterschiedlichsten Perspektiven.
Fazit
Rückblickend war das Lagern vor den Toren der Bastion ein zweischneidiges Schwert. Einerseits gab es uns viel eigenes Spiel, starke politische Szenen und intensive Gruppendynamik. Andererseits schnitt es uns spürbar vom Hauptplot ab. Einige Entwicklungen – etwa der Plot um die Schreine – gingen an mir fast vollständig vorbei. Vielleicht lag das auch daran, dass der Teichherr als Informationskommandant nicht überall wirklich angenommen wurde.
Trotzdem überwog das Positive deutlich:
Wir hatten Spaß. Wir hatten starke Szenen. Wir haben neue Verbindungen geknüpft und alte Bündnisse gestärkt.
Und vor allem hatten wir dieses Gefühl, das nur gute Cons hinterlassen: müde, zufrieden und schon mit dem Gedanken beim nächsten Mal.
Ich freue mich schon auf das nächste Moringaard.
Danksagung
Mein besonderer Dank gilt wie immer allen Karkasen und ebenso all den Gruppen, mit denen wir wieder Seite an Seite kämpften, spielten und standen. Es war kein erstes Kennenlernen, es war ein Wiedersehen unter Verbündeten, Rivalen und Freunden. Genau dieses Wiederkehren, dieses „Man kennt sich“, macht unser Spiel so stark und gibt ihm Tiefe, die man nicht inszenieren kann.
Und meinen eigenen Leuten danke ich besonders: Ihr seid nicht nur Mitspieler, sondern mein Rückhalt, mein Maßstab und meine Heimat im Spiel.
Ich habe auch diesmal erneut gemerkt, wie sehr mich dieses Spiel fordert – und wie sehr ich daran wachse. Und genau deshalb ist es nie nur „eine weitere Con“, sondern immer ein weiterer Schritt nach vorn. Und solange wir gemeinsam wachsen, werden uns weder Mauern noch verschlossene Tore lange aufhalten 💚

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